Keltische Münzen aus der späteisen¬zeitlichen Wallanlage Grünenborn bei Lohmar-Neuhonrath (Foto: Jürgen Vogel/LVR-Landesmuseum Bonn)
Noch heute gut sichtbar sind Wall und Graben der späteisen¬zeitlichen Wallanlage Grünenborn bei Lohmar-Neuhonrath (Foto: Klaus Frank/LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland)
Keltische Münzen von der Wallanlage Grünenborn
Aus der Wallanlage Grünenborn bei Lohmar-Neuhonrath, Rhein-Sieg-Kreis, stammt die überraschend große Anzahl von 29 keltischen Münzen aus dem mittleren und späteren 1. Jahrhundert v. Chr. Sie lagen teils zusammen an einer Stelle unterhalb des Hanges, teils verstreut auf dem Siedlungsplateau.
Das Münzspektrum besteht zu etwa gleichen Teilen aus silbernen sogenannten Regenbogenschüsselchen sowie kleineren Silbermünzen vom Typ „tanzendes Männlein“. Der Name Regenbogenschüsselchen erklärt sich einerseits durch ihre Schüsselform und andererseits durch den Aberglauben, dass die oft beim Umpflügen nach Regen aufgefundenen Münzen von einem Regenbogen herabgetropft sein sollen. Diese Münzen zeigen das typisch keltische Dreierwirbelmotiv auf der gewölbten Ober- und eine Kugelpyramide auf der konkaven Unterseite. Die „tanzenden Männlein“ weisen die namengebende menschliche Figur auf der Vorderseite auf, die Rückseite ziert eine Pferdedarstellung. Ergänzt wird dieses Spektrum durch zwei Gussmünzen aus Potin, einer stark zinnhaltigen Kupferlegierung. Die Stücke wurden im Stammesgebiet der keltischen Treverer (Region um Trier) gegossen. Durch den Guss, der ein leicht unscharfes Relief ergibt, wirkt die Oberfläche etwas verschwommen. Verglichen mit den Silbermünzen dienten die im Materialwert weniger wertvollen Potinmünzen den Kelten vermutlich als Kleingeld.
Während ein Fundkomplex keltischer Münzen aus der Wallanlage von Windeck-Leuscheid, Rhein-Sieg-Kreis, eine andere Zusammensetzung aufweist und etwas älter ist, gibt es einen gut vergleichbaren Fund mit allerdings weniger Exemplaren jenseits des Rheins in der Zülpicher Börde.
Beim Fund vom Grünenborn ist nicht nur die große Anzahl keltischer Münzen herausragend. Er liefert zudem wichtige Informationen zur Verbreitung dieser Münztypen und spricht für die hohe Bedeutung, die diese späteisenzeitliche Siedlung im fortgeschrittenen 1. Jahrhundert v. Chr. gehabt haben muss. Unsere Kenntnis über die Anwesenheit keltischer Stämme im Bergischen Land und ihre Kontakte über den Rhein hinweg ist damit um einiges reicher geworden.
Claudia Klages