LVR-Amt für
Bodendenkmalpflege
im Rheinland
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Tüllenkanne Pingsdorfer Machart, um 1200, Fundort Brauweiler (Foto: Alfred Schuler, LVR-ABR)

Archäologie
im Rheinland

Archäologietour Oberberg am Sonntag, 20. Oktober

Verborgene Denkmäler - Regionalgeschichte fachkundig erläutert

In der vom LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland vor vier Jahren ins Leben gerufenen Reihe der rechtsrheinischen Archäologietouren macht die Veranstaltung in diesem Jahr Station im Oberbergischen Kreis. Am Sonntag, 20. Oktober 2019, zwischen 10 und 18 Uhr werden fünf überwiegend wenig bekannte Denkmäler vorgestellt. Die Teilnahme ist für Selbstfahrer kostenlos.

Das LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland, das Kulturamt des Oberbergischen Kreises und der Naturpark Bergisches Land laden herzlich dazu ein, an diesem Tag die Ziele der Archäologietour selbstständig oder mit organisierten Busexkursionen zu erkunden. Lernen Sie bei Führungen die Vielfalt der archäologischen und geologischen Hinterlassenschaften dieser Region kennen!

Busexkursionen: Noch Plätze frei!

Zu den Zielen der diesjährigen Archäologietour Oberberg können Interessierte individuell anreisen. Es werden aber auch Busexkursionen angeboten, die Sie zu allen Stationen führen. Start und Ziel ist vor dem Rathaus am Engels-Platz 4 in Engelskirchen. Die Abfahrt ist um 9.45 Uhr. Alle Teilnehmer*innen bekommen Kopfhörer, die Vorträge können auf diese Weise gut verfolgt werden. Tickets können für 20,- Euro zzgl. Bearbeitungsgebühr bei der kulturinfo rheinland gebucht werden. Für weitere Informationen zum Ablauf und zur Buchung folgen Sie bitte dem Link unten.

Detailinformationen zu den Busexkursionen...


Die Ziele der Archäologietour Oberberg

Wissenschaftler*innen stellen fünf archäologische/geologische Bodendenkmäler – unter anderem anhand von Plänen und Funden – im Gelände vor. Der Besuch der Veranstaltung ist kostenlos. Folgende Stationen werden präsentiert:

Engelskirchen-Heckberg - Bergbaugebiet „Grube Silberkaule"

Nahe Much-Heckhaus sind von der Grube „Silberkaule“ anschauliche Relikte im Gelände sichtbar. Entgegen ihrem Namen baute man hier vom Mittelalter bis in die Neuzeit Blei ab. Neben Pingen und Schmelzplätzen ist auch eine große Bergknappensiedlung nachgewiesen, die anhand von Keramikfunden ins 13. Jahrhundert datiert werden kann. Die frühe Bergbaugeschichte der Region wird an dieser Station thematisiert.

Engelskirchen-Ründeroth – Geologie „Aggertalhöhle“

Vor ca. 390 Mio. Jahren bildeten im frühen Mitteldevon die ersten Korallen-/Schwamm-Riffe massive und mächtige Kalksteinlager. Vor etlichen tausend Jahren, also viel später, bahnte sich Wasser seinen Weg durch den Berg und es entstanden Höhlen. In der Aggertalhöhle kann man unterirdisch diesen alten Riffkörper bewundern, den hier nur vergleichsweise wenige Tropfsteine überdecken. Vor Ort wird über Höhlenbildung, Geologie und Fossilien informiert.

Wiehl-Niederbellinghausen – Ausgrabung Burg „Bellinghausen“

Nach ersten Ausgrabungen 1929 findet in diesem Jahr erstmals wieder eine archäologische Untersuchung am Stammsitz des Adelsgeschlechts derer zu Bellinghausen statt. Die ehemalige Wasserburg ist zwar oberirdisch vollständig abgebrochen, im Boden sind aber noch Teile von Befestigung und Gebäuden erhalten. Scherbenfunde weisen auf eine Entstehung schon im Mittelalter, Schriftquellen belegen die Burg jedoch erst im 16. Jahrhundert. Bei einer Ausgrabung werden die Spuren der Burg aufgedeckt.

Nümbrecht-Marienberghausen – Hohlwege „Brüderstraße“

Im Mittelalter verband die sog. Brüderstraße die Städte Köln und Siegen. Vielerorts wurde sie in der Neuzeit durch moderne Straßen ersetzt und manche Trassen gab man auf. Geschützt im Wald haben sich an dieser Stelle etliche Hohlwege als Überreste dieser Straße erhalten, die eine lange Nutzung als Route für Pilgerreisen, Handel oder den Transport von Bergbauerzeugnissen belegen. Die Themenbereiche Verkehr und Transport in Mittelalter und früher Neuzeit stehen hier im Mittelpunkt.

Lindlar-Scheel – Burgruine „Neuenberg“

Die Höhenburg Neuenberg ist mit hoch aufragenden Mauerresten auf einer Anhöhe tief im Wald ein idealtypischer Vertreter einer Burgruine. Die Befestigung des 12./13. Jahrhunderts war ursprünglich in Besitz der Grafen von Berg. Sie wird 1267 erstmals sicher genannt; im Dreißigjährigen Krieg wurde sie von den schwedischen Truppen erobert und zerstört. Als imposantes Zeugnis der Wehrtechnik sind noch die Ruinen zweier Rundtürme und eine bis zu 8 m hohe Mauer erhalten, die die Dimensionen der Anlage erfahrbar machen.


Wichtige Hinweise

Erreichbarkeit und Kleidung

Die archäologischen Ziele sind zum Teil nur über einfache, unbefestigte Waldwege zu erreichen. Diese können nach bzw. bei Regen durchnässt und rutschig sein. Zum Teil weisen die Wege leichte Steigungen bzw. Gefälle auf. Für Menschen mit eingeschränkter Mobilität sind einige Stationen unter Umständen nur eingeschränkt zugänglich (s. auch Detailinfos zu den einzelnen Objekten). Geschlossene, rutschfeste Schuhe sind für alle Besucher*innen unbedingt erforderlich. Je nach angekündigter Witterung sollte warme und regenfeste Kleidung gewählt werden.

Rücksicht auf die Natur

Die Ziele befinden sich in Wald- bzw. Naturgebieten, teilweise auch auf Privatgelände. Die Teilnehmer*innen werden gebeten, die Wege nicht zu verlassen und Absperrungen zu beachten.

Toiletten

Alle Stationen sind mit Toiletten ausgestattet.